Chronik

Im Jahr 1952 unternahmen zehn Männer aus Heyroth den nicht leichten Versuch, eine Blaskapelle zu gründen. Mit viel ideellem und finanziellem Einsatz gelang dieses Vorhaben und man konnte bald schon dörfliche Feiern mitgestalten. Unter dem Dirigenten Alfons Kühlwein gedieh der Verein, musste jedoch durch den Weggang einiger Spieler Anfang der sechziger Jahre um seine Existenz bangen. So kam es, dass die Aktivitäten auf den Ort Niederehe ausgedehnt wurden und am 27.11.1964 der neue Musikverein „Eintracht“ Heyroth-Niederehe gegründet wurde.

Paul Mathey aus Dreis übernahm die musikalische Leitung und der Verein blühte auf. Im Jahr 1967 übernahm der damalige Vorsitzende Alfred Mauren den Dirigentenstab und führte die begonnene intensive Schulungs- und Probenarbeit konsequent weiter. Auch wurden zahlreiche eigene Veranstaltungen wie Musikfeste, Konzerte und gesellige Treffen veranstaltet.


Seit 1969 besteht eine enge Freundschaft zum Tambour-Corps St. Willibrord Wardt, die sich bis heute in wechselseitigen jährlichen Besuchen ausdrückt.


Bereits 1975 wurde das dritte Musikfest gefeiert, es wurden neue Instrumente und Uniformen beschafft und das Vereinsleben blühte. Wie so oft folgt nach einem Hoch das Tief: Durch den Weggang vieler Spieler musste der Verein um 1980 um seine Existenz ringen. Hinzu kam die Abdankung des Dirigenten Alfred Mauren, der den Verein seit 1967 leitete und auch zu den Gründungsmitgliedern zählt. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er und Toni Bach, ein weiterer unermüdlicher Arbeiter für den Verein, 1986 zum Ehrenmitglied ernannt.

Ab 1981 leitete Manfred Schmitz die musikalischen Geschicke des Vereins. Es konnten in den weiteren Jahren neue aktive Mitglieder gefunden werden, so dass der Verein wieder eine Aufwärtsentwicklung erfuhr. Zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte und Feste wurden durchgeführt, das Repertoir wurde erweitert, Jugendliche wurden ausgebildet und wieder 30 Auftritte jährlich absolviert.

Im Jahr 1996 begann eine einschneidende Umstrukturierungsphase bedingt durch das Fehlen wichtiger Instrumente. Die Mitglieder entschlossen sich mutig, aus dem Blasorchester eine Big Band zu formen und ein neues Betätigungsfeld zu betreten. Dies war keine leichte Aufgabe. Nachdem der Dirigent ein Konzept erstellt hatte, begannen die umfangreichen Arbeiten zur Umstrukturierung. Der Idealismus aller Aktiven machte es möglich: Neue, auch elektronische Instrumente wurden beschafft, es erfolgten Umbesetzungen und vor allem wurde ein komplett neues Repertoir aufgebaut. Über 100 Proben wurden in diesem Jahr durchgeführt und die Aktiven investierten privat ca. 25.000 € in ihr Hobby. Dass sich all dies gelohnt hat, beweist die hervorragende Resonanz auf die zahlreichen Auftritte der Big Band. Mittlerweile konnte auch eine professionelle Beschallungsanlage angeschafft werden, die Auftritte in großen Räumen oder im Freien ermöglicht. Im Jubiläumsjahr 2002 wurde auch die Optik durch eine neue Bühnengarderobe aufgewertet.

Ein weiterer Einschnitt kam mit der Abdankung des Dirigenten Manfred Schmitz, der nach 30 Jahren Tätigkeit für den Verein 2011 ausschied. Nach zwei Testphasen mit neuen Dirigenten konnte 2013 Johnny Hamers gewonnen werden.


Nach über 60-jähriger musikalischer Betätigung ist der Verein zu Recht stolz darauf, kritische Situationen gemeistert und damit das Überleben gesichert zu haben. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt und die Big Band Niederehe ist gut gerüstet, weiterhin ihren Auftrag zu erfüllen und vor allem mit ihrer Musik Freude zu bereiten.